Zurücklassen von Fremdkörpern bei OP

von Rechtsanwältin Petra Rost
Rechtsanwältin Petra Rost
Mittwoch, 17 Februar 2010

Tritt-  längere Zeit (acht Monate) - nach einer Knieoperation ein dabei verwendeter sog. Kirschnerdraht aus dem Rücken des Patienten und steht fest, dass sich der Patient bislang keinen weiteren Operationen unterzogen hat, kommt auch dann eine Haftung des operierenden Arztes nach den Grundsätzen voll beherrschbarer Risiken in Betracht, wenn der Kirschnerdraht nicht im Operationsbereich (Kniebereich) zurückgelassen wurde.

Das Treffen von Sicherheitsvorkehrungen zum Ausschluss des Zurücklassens von bei der Operation benutzten Hilfsmitteln im Körper des Patienten ist einem Bereich zuzuordnen, der von der Behandlerseite voll beherrscht werden kann und muss. Aus diesem Grunde findet in derartigen Fällen eine Beweislastumkehr zugunsten des Patienten statt.

OLG Zweibrücken, Urt. v. 16.9.2008 - 5 U 3/07

Fachgerechte Befüllung einer subkutanen Schmerzmittelpumpe

von Rechtsanwältin Petra Rost
Rechtsanwältin Petra Rost
Mittwoch, 17 Februar 2010

Dem Arzt obliegen besondere Sorgfaltspflichten bei der regelmäßigen Befüllung einer subkutanen (unter der Haut eingesetzten) sog. “Schmerzmittelpumpe”. Erleidet ein Patient durch die unkontrollierte Ausschüttung von Schmerzmitteln aus einer undichten Schmerzmittelpumpe erhebliche Beschwerden, die dazu führen, dass er zeitweise sogar intensivmedizinisch betreut werden muss, und muss er sich wegen des Behandlungsfehlers des Arztes eines vorzeitigen operativen Austausches der Schmezmittelpumpe unterziehen, so kann ein Schmerzensgeld i.H.v. 6.000 EUR gerechtfertigt sein.

OLG Frankfurt, Urt. v. 10.3.2009 - 8 U 253/07

Kommt es im Zusammenhang mit dem Einsatz  medizinischer Produkte zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Patienten, ist sowohl von Ärzte- als auch von Patientenseite darauf hinzuwirken, dass die entsprechenden Materialien nach Entfernung als mögliche Beweismittel sicher aufbewahrt werden. Bei einem schuldhaften Verlust des Beweismittels auf Behandlerseite, kann dies zu einer Beweislastumkehr wegen fahrlässiger Beweisvereitelung führen.

Arzthaftungsrecht

von Rechtsanwältin Petra Rost
Rechtsanwältin Petra Rost
Mittwoch, 17 Februar 2010

Bei einer Operation zur Entfernung der Gallenblase wegen eines Gallensteinleidens stellt die versehentliche Durchtrennung des Hauptgallenganges (Ductus choledochus) statt des Ausführungsganges der Gallenblase (Ductus cysticus) keinen Behandlungsfehler mehr dar, sondern ein operationsimmanentes Risiko. Dies gilt auch im Falle der unterlassenen Freipräparation des Gallenblasenganges.

OLG Hamm, Urt. v. 28.11.2008 - 26 U 28/08

News

Bürozeiten

Montag bis Donnerstag
08.00 Uhr - 17.00 Uhr

Freitag
08.00 Uhr - 15.00 Uhr

Kontakt

Thälmannstraße 4
99974 Mühlhausen

Telefon: 03601 85123
Fax: 03601 851244
E-Mail: kanzlei@fhr-anwaelte.deDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Nach oben